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Texas Hold'em im Überblick

Texas Hold'em ist die wohl populärste Pokervariante. Es ist ein strategisches und äußerst komplexes Spiel, obwohl es bei Betrachtung der Regeln auf den ersten Blick sehr einfach wirkt. Aber vielleicht könnte sich gerade dadurch der immer weiter voranschreitende Siegeszug durch die weltweiten Pokerräume erklären. Kein Casino, kein Homegame und schon gar kein Onlinepokeranbieter kommt mehr ohne Texas Hold'em aus. Alle großen Turniere werden mittlerweile in dieser Variante ausgetragen und jeden Tag begeben sich mehrere hunderttausend Menschen an die Pokertische, um Texas Hold’em zu spielen – on- und offline. Und so wird Texas Hold'em gespielt: Jeder Spieler erhält zwei Karten ("Holecards"). Zusätzlich werden im Laufe des Spiels fünf "Communitycards" offen in der Tischmitte ausgeteilt. Jeder Spieler bildet mit seinen zwei verdeckten und den fünf offen auf dem Tisch liegenden Karten die bestmögliche Fünfkartenkombination.

Der Button

Texas Hold'em wird, wie die meisten Pokerspiele, mit einem (Dealer-)"Button" gespielt. Dieser wird vor dem ersten Spiel per High Carding ausgelost. Dabei erhält jeder Spieler eine offene Karte, derjenige mit der höchsten Karte erhält den Button. Haben mehrere Spieler eine gleich hohe Karte, so entscheidet die Farbe. Achtung! Dies ist die einzige Situation, in der die einzelnen Farben einen Wert besitzen. Die Reihenfolge der Farben ist hier: Pik, Herz, Karo und Kreuz. Nach jedem Spiel wird der Dealerbutton eine Position weitergeschoben. Der Button dient lediglich der Positionsbestimmung, der Spieler mit dem Button gibt nicht die Karten. Im Casino werden die Karten von einem Angestellten gegeben bzw. online automatisch verteilt.

Die Blinds


Bei den Blinds handelt es sich um Zwangseinsätze, diese Einsätze müssen geleistet werden, um den Spielbetrieb zu wahren. Gäbe es die Blinds nicht, würde einfach jeder immer darauf warten, ein gutes Blatt zu bekommen, und es gäbe kaum Action. Das Spiel beginnt mit den beiden links vom Dealer sitzenden Spielern – diese müssen zwangsweise einen Einsatz bringen (diese Positionen werden auch "Blinds" genannt). Vor Beginn des Spiels wird die Größe der Blinds festgelegt.
Die Person links vom Dealer macht einen Einsatz, der "Small Blind" genannt wird. Dies ist die (auf- oder ab)gerundete Hälfte des Big Blinds.
Die noch eins weiter links sitzende Person muss den "Big Blind" setzen. Nimmt ein neuer Spieler an einem laufenden Tisch Platz, muss er ebenfalls den Big Blind setzen. Dies kann er sich jedoch ersparen, indem er mit dem Einstieg abwartet, bis er regulär zum Setzen verpflichtet ist (er also in der Position des Big Blinds ist). 

Die Aktionen

Grundsätzlich gibt es folgende Aktionen:

  • Fold
    Passen: Man möchte den gesetzten Betrag nicht mitgehen, man schmeißt die Hand weg und gibt diese auf. Wenn ein Spieler foldet, ist er am weiteren Verlauf der Hand nicht mehr beteiligt und kann den Pot nicht gewinnen.
  • Check
    Weiter/Schieben: Hat noch kein Spieler gesetzt, so kann man checken. Dies bedeutet, dass der nächste Spieler an der Reihe ist. 
  • Call
    Mitgehen: Wurde gesetzt (und möglicherweise erhöht), so geht man mit einem Call diesen Betrag mit.
  • Bet
    Setzen: Hat bisher noch kein Spieler gesetzt, so kann man einen Einsatz bringen. "Raise" – Erhöhen: Eine Bet eines anderen Spielers erhöhen. Nicht möglich, wenn es keinen Bet gab. Es werden die zwei Holecards an die Spieler ausgegeben.

Die Setzrunden

Die erste Setzrunde ("Preflop")

Der Dealer gibt jedem Spieler zwei verdeckte Karten. Die Karten werden einzeln im Uhrzeigersinn
Da die beiden Spieler zur Linken des Buttons die Blinds bringen, beginnt die Setzrunde bei dem Spieler links vom Big Blind. Dieser Spieler hat nun die Option zu folden, zu callen oder auch zu raisen. Danach geht es im Uhrzeigersinn weiter mit dem nächsten Spieler, der wiederum dieselben Möglichkeiten hat. bis der Big Blind gesprochen hat. Haben alle Spieler denselben Einsatz gebracht oder gepasst, ist diese Wettrunde abgeschlossen. Hat ein Spieler den Einsatz erhöht, so endet die Wettrunde bei dem Spieler vor ihm. Vor dem Flop kann nur der Big Blind checken, da schon Einsätze ins Spiel gebracht sind.

 

Die zweite Setzrunde: Der Flop

Es werden drei der fünf Communitycards aufgedeckt, auch Flop genannt. Die Spieler können nun das erste Mal schauen wie sich ihre Holdecards mit dem Flop verbinden.
Es beginnt eine neue Wettrunde, der Spieler links vom Dealer beginnt. Dieser hat nun die Option  checken oder setzen. Danach ist, wieder im Uhrzeigersinn, der nächste Spieler dran. Die Wettrunde endet, wenn alle Spieler den gleichen Einsatz gebracht oder gepasst haben. Wenn alle Spieler checken, geht es direkt weiter zur nächsten Setzrunde.

Die dritte Setzrunde: Der Turn

Die vierte Communitycard wird aufgedeckt, auch Turn genannt. Wiederum der Spieler links vom Dealer beginnt die Runde. Die Wettrunde endet, wenn alle Spieler den gleichen Einsatz gebracht oder gepasst haben. Wenn alle Spieler checken, geht es direkt weiter zur nächsten Setzrunde.

Die vierte Setzrunde: Der River

Die fünfte und letzte Communitycard wird aufgedeckt – River genannt. Links vom Dealer wird die letzte Wettrunde eröffnet. 

Der Showdown

Jeder Spieler kann nun seine Holecards und das Board verwenden, um die beste Pokerhand mit fünf Karten zu bilden. Die Hände der verbliebenen Spieler werden nun verglichen und die beste gewinnt den Pot. Haben mehrere Spieler dieselbe Kartenkombination, so wird der Pot geteilt. Der Dealerbutton wird eine Position nach links weitergerückt und ein neues Spiel wird eröffnet.
Insgesamt gibt es also fünf Runden, in denen gesetzt, geschoben, mitgegangen oder gepasst werden kann. Diese Runden werden im Pokerjargon auch gerne als "Streets" bezeichnet. Je nachdem welche Version von Texas Hold'em gespielt wird (No-Limit, Pot-Limit, Fixed-Limit oder Turniere), erfordern die verschiedenen Setzrunden auch unterschiedliche Überlegungen, was Strategien und Spielweisen betrifft. Diese zu erkennen, und vor allem auch zu meistern, ist die Schwierigkeit des Spiels.

2007 Richard Wähner / Richard Meyer