Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (FH)
Fachbereich Vermessungswesen/Kartographie
"Astronomische Untersuchungen und Simulation von Sonne, Mond und Planeten
in der Pampa von Nasca"
Diplomarbeit: Andreas Schmidt
Gutachter: Prof. Dr. Bernd Teichert
Etwa 450 km südlich der Peruanische Hauptstadt Lima befindet sich eine
der trockensten Regionen der Erde. Trotz allem war die Steinwüste von Nazca
einst Heimat einer blühenden Hochkultur.
In diesem Gebiet ist eines der größten Rätsel der Menschheitsgeschichte
zu finden. Über eine Fläche von ca. 500 qkm erstreckt sich ein verwirrendes
Netz schnurgerader Linien. Manche Linien verlaufen bis zu 10 km über Bergrücken
und durch Täler exakt geradlinig. Sie weisen dabei eine Präzision auf, die selbst
mit modernster Technik nicht genauer realisiert werden kann.
Doch wer schuf diese Linien und zu welchem Zweck? Diese Frage spaltet die Menschen,
die sich mit diesem Phänomen näher beschäftigen, in zwei Lager. Während die einen an
übernatürliche Kräfte oder fremde Intelligenzen glauben,
vertreten die anderen den Standpunkt der irdischen Herkunft. Eine dieser
irdischen Theorien geht davon aus, dass es sich bei den Linien von Nazca
um einen gigantischen, astronomischen Kalender handeln könnte, mit
dem religiöse Feiertage oder der Beginn einer Witterungsperiode vorhergesagt
werden konnte.
Die im folgenden etwas näher vorgestellte
Diplomarbeit beschäftigt sich mit dieser Kalendertheorie. Zu diesem
Zweck wurde das Planetensimulationsprogramm "PlanSim" entwickelt. Es bietet
dem Nutzer die Möglichkeit, die Ephemeriden der Himmelskörper
unseres Planetensystems zu berechnen.
Der Untersuchungszeitraum erstreckt sich
von 200 v.Chr. bis 800 n.Chr., der möglichen Entstehungszeit der Linien.
In der ersten Entwicklungsphase des Programms beschränken sich die
Untersuchungen auf markante Ereignisse am Horizont. Dazu zählen die
Auf- und Untergänge von Sonne, Mond und Planeten am natürlichen
Horizont. Des weiteren können Sonnenfinsternisse bestimmt werden,
die in der Ebene von Nazca beobachtet werden konnten. Eine Sonnenfinsternis
ist eine der Möglichkeiten, nach der eine Linie ausgerichtet sein
kann.
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Sonnenuntergang am 16.12.800 (Wintersonnenwende)
Standort: 75°07' W, 14°41' S
In Verlängerung der Linien berührt die scheinbare
Sonnenscheibe den natürlichen Horizont.
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Partielle Sonnenfinsternis vom 29.10.184 v.Chr.
Standort: 75°07' W, 14°41' S
Sie dauerte von 14:06 Uhr bis 16:58 Uhr Ortszeit und
erreichte ihr Maximum um 15:33 Uhr.
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Die beiden Abbildungen stellen nur zwei mögliche Szenarien dar.
Die linke Abbildung zeigt im unteren Teil des Bildes eine Linie in der Ebene von Nazca,
im oberen Teil eine Computersimulation des Ephemeridenprogramms RedShift 3
(United Soft Media Verlag GmbH München).
Die rechte Abbildung ist eine reine Computersimulation. Die farbigen Linien
zeigen die Ekliptik (rot), das Äquatorsystem (grau) und das Horizontsystem
(grün) .
Als Ergebnis einer Untersuchung liefert das Programm "PlanSim" den Zeitpunkt,
an dem die Sonne, der Mond oder ein Planet in Verlängerung einer Linie auf-
oder untergeht. Handelt es sich dagegen um eine zu untersuchende Sonnenfinsternis,
werden die lokalen Umstände (Kontaktzeiten, maximale Verfinsterung, Zeitpunkt
der maximalen Verfinsterung usw.) ermittelt.
Um sich ein Bild vom Simulationsprogramm "PlanSim" machen zu können,
folgen abschließend die wichtigsten Bedienungsmenüs:
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Die Einstellung der maximalen Abweichungen der Ephemeriden von den Sollwerten der Linien
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Die Auswahl der plausibelsten Werte aus der Liste aller gefundenen Korrelationen
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In der Zukunft wird es sich zeigen, ob
die Kalendertheorie bestätigt werden kann. Die ersten vielver- sprechenden
Ergebnisse wurden bereits in der Testphase des Simulationsprogramms erzielt.
Dabei konnten die Vermutungen bestätigt werden, dass es sich bei zwei
Linien um eine Sommer- und eine Wintersonnen- wendlinie handelt. Diese
Linien kreuzen die Figur "Großer Guanovogel (Ave Fragata)" .
Dresden, Oktober 2001
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