Verein "Dr. Maria Reiche - Linien und Figuren der Nasca-Kultur in Peru" e.V.

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Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (FH)
Fachbereich Vermessungswesen/Kartographie

"Überprüfung der astronomischen Theorie zu den Linien in der Pampa von Nazca/Peru"

Diplomarbeit: Stefanie Tille
Gutachter: Prof. Dr.-Ing. Teichert

Einleitung

Im Rahmen der 4. Messkampagne 2004 in der Pampa von Nazca/Peru wurden u.a. überlange Linien, deren Anfangs- und Endpunkt, sowohl wenn notwendig deren Zwischenpunkte aufgemessen. Diese aufgemessenen Linien, auch bereits bekannte Linien (Linie, die die Spinne durchkreuzt) im Sinne der Kalendertheorie, bilden die Grundlage der astronomischen Untersuchung. Eine Vertreterin der astronomischen Theorie war die Dresdnerin Maria Reiche, die sich in fast 40 Jahre Forschungsarbeit mit dem Rätsel von Nazca beschäftigte. Durch zahlreiche Zerstörungen, u.a. auch die drastischen Naturbedingungen in der Pampa, hat sich das Forschungsprojekt Nazca an der HTW Dresden zur Aufgabe gemacht, auch weitere Linien, Flächen und Geoglyphen während der Messkampagne aufzumessen, um dieses Weltkulturerbe in digitaler Form für die Nachwelt zu erhalten.

Ziel

Die Aufgabe dieser Diplomarbeit war die Überprüfung der astronomischen Theorie der Linien von Nazca/Peru, welche besagt, dass Bodenzeichnungen (u.a. Linien, Geoglyphen) auf Himmelskörper ausgerichtet sind. Mit Hilfe unterschiedlicher astronomischen Programme sollten die Ergebnisse der Berechnungen mit den Koordinaten aus der Messkampagne 2004, den bereits bekannten Resultaten von Maria Reiche gegenübergestellt werden.

Arbeitsablauf

Für die Untersuchungen standen die Unterlagen (Karten) von Maria Reiche, sowie die Koordinaten der GPS-Messung 2004 (UTM-Koordinaten im peruanischen Landessystem) und die RDH-Datei, die digitale Geländemodellinformationen der Pampa enthält, zur Verfügung. Alle Berechnungen wurden dem Format der Datenbank des NazcaGIS angepasst, um eine spätere Übernahme der Ergebnisse ins NazcaGIS zu erleichtern. Für die Ermittelung der Azimute und der Höhenwinkel wurden die Programme Azimutberechnung und SKYPLOT, deren Berechnungen die Grundlage weiterer Untersuchungen in den Programmen SternePruef und PlanSim bilden.
Im folgenden Schema werden die Abläufe der einzelnen Programme dargestellt:

Programm Azimutberechnung

Das VBA Programm Azimutberechnung berechnet aus den UTM-Koordinaten die Azimute der Linienpunkte einer Linie und wandelt die UTM-Koordinaten in ellipsoidische Koordinaten um. Diese ermittelten Azimute wurden den Azimuten aus den Maria Reiche Karten gegenübergestellt und miteinander verglichen.

Programm SKYPLOT

Das Programm zur Berechnung von Abschattungen aus einem digitalen Geländemodell ist ein Modul des Programms SCOP, welches zur Berechnung digitaler Geländemodelle eingesetzt wird. Die in SCOP erstellte RDH-Datei, deren Geländemodellinformationen aus der Digitalisierung der Kartenblätter von PALPA und NAZCA stammen, wird für die Berechnungen im SKYPLOT verwendet. Weitere Eingaben zur Berechnung von Höhenwinkel sind die Koordinaten eines Standpunktes zum Sichtpunkt am Horizont und die Azimute im Programm Azimutberechnung notwendig. Die Ergebnisse der Berechnungen werden in DAT-Dateien gespeichert, die neben den Höhenwinkeln, noch Höhen des Standpunktes im Geländemodell und die Entfernung von einem Standpunkt zum Sichtpunkt enthalten.

Programm SternePruef

Das C++ Programm dient zur rechnerischen Überprüfung der Nazca-Linien auf ihre astronomische Ausrichtung (Auf- und Untergang bestimmter Sterne) im Sinne der Kalendertheorie. Für den Zeitraum von 200 v.Chr. bis 800 n.Chr. wird geprüft, ob die Azimute und Höhenwinkel eines Sterns innerhalb vorgegebener Grenzen in eine Linie auf und unter gehen. Die Sterne wurden aus dem Fundamentalkatalog 5 bis zu einer Helligkeit von 2 Magnitudo ausgewählt zur Untersuchung herangezogen. Des Weiteren ist die Eingabe einer Nutationsdatei, sowie einer Liniendatei (dezimaler Form) erforderlich. Als Ergebnisse werden Sterne in einer Linie angezeigt, die für einen bestimmten Zeitraum in der Linie in dem vorgegebenen Differenzbereich sichtbar wurden.

Zur Überprüfung der Ergebnisse aus dem Programm SternePruef wurde das Programm RedShift 5.0 der United Soft Media Verlag GmbH herangezogen.

Programm PlanSim

Das VBA Planetensimulationsprogramm berechnet Positionen der Himmelskörper Sonne, Mond und Sterne innerhalb eines ausgewählten Untersuchungszeitraumes. Das Ziel der Untersuchungen im PlanSim sollte sein, Sonnenwendenlinien auf der Südhalbkugel am 21. Juni und am 21. Dezember aufzufinden. Leider konnten die Untersuchungen keine weiteren Aufschlüsse auf neue Sonnenwendelinien liefern.

Ergebnis

Im Sinne der Kalendertheorie konnten die bereits bekannten Ergebnisse des Sterns Rigel in der Linie die die Spinne durchquert bestätigt werden. Weiterhin konnten zahlreiche andere Sterne in den meisten der untersuchenden Linien verzeichnet werden.

Arbeitsmittel

  • Programm Azimutberechnung
  • Programm SCOP (Modul SKYPLOT)
  • Programm Excelkonvertierung
  • Programm SternePruef
  • Programm PlanSim
  • Proramm RedShift 5.0
Dresden, Mai 2005