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Diplomarbeit
von Stephan Klemm
Motivation und Zielsetzung

Mit der Bereitstellung von GIS über das Internet vollzog sich auch ein Wandel in der proprietären Systemarchitektur. Derzeitig unterliegen anspruchsvolle Desktop-GIS-Programme teilweise teuren Softwarelizenzen und die räumliche Datenverarbeitung ist nur von einer begrenzten Personenzahl möglich.
Die Open Source Geospatial Foundation (OSGeo) setzt sich in diesem Zusammenhang für die Förderung und Entstehung von Freier und Open Source Software und freien Geodaten in der räum-lichen Datenverarbeitung ein. Denn Freie Software ist ohne Daten wertlos. Anhand verschiedener Projekte entwickeln sich in den Bereichen Web Mapping und Desktop-GIS Alternativen, die im Vergleich zu proprietären Lösungen kaum noch Unterschiede aufweisen.

In Verbindung mit dem Open Geospatial Consortium (OGC) werden Freie Software-Projekte durch die Entwicklung von offenen Standards (Schnittstellen) unterstützt. Durch diese Standards sind Geodaten austauschbar oder werden zur Verfügung gestellt (Interoperabilität). Durch die Kombi-nation Freier Software mit offenen Standards erfolgt ein Umschwung von monolithischen Systemen zu serviceorientierten Systemen (Web Map Service oder Web Feature Service). Räumliche Infor-mationen lassen sich damit schnell veröffentlichen und sind so für einen großen Nutzerkreis errei-chbar.

Für das Forschungsprojekt Nasca an der HTW Dresden ist ein umfangreicher Datenbestand in einem geografischen Informationssystem entstanden. Damit liegt der Gedanke nahe, die Daten einem größeren Anwenderkreis zugängig zu machen.
Die entwickelte WebGIS-Applikation unterliegt indes keiner teuren Softwarelizenz und entspricht den Standards der OGC. Der Benutzer soll durch eine übersichtliche, leicht zu bedienende und optisch ansprechende Oberfläche in der Karte navigieren, den angezeigten Inhalt ändern, Abfragen zu bestimmten Themen tätigen und gezielt nach interessanten Objekten suchen können. Auf diese Weise kann ein Nutzer weltweit mit einem Internetanschluss und einem Browser die Wüste von Nasca aus der Vogelperspektive erkunden.

Ergebnis der Arbeit

Die Hauptkomponenten des WebGIS sind der UMN MapServer und der Map-Client Mapbender.
Der MapServer agiert dabei als interaktiver Kartenserver, der sehr flexibel einsetzbar ist, schnell und stabil arbeitet sowie die Standards des OGC unterstützt. Mit dem Mapbender steht ein dynamischer Map-Client zur Verfügung, der im Dialog mit dem Nutzer die individuell erzeugten Karten visualisiert, die WebGIS-Funktionen bereitstellt und gleichfalls die OGC Standards nutzt.
Die Benutzeroberfläche im Mapbender ist übersichtlich und leicht verständlich gestaltet.
Für nachträgliche Anpassungen oder Erweiterungen der Applikation hilft das entstandene Tutorial.
1. Gutachter: Prof. Dr. Bernd Teichert
2. Gutachter: MSc (GIS) Christiane Richter
Abb.1 Oberfläche der WebGIS-Applikation
Erstellung einer WebGIS-Applikation des NascaGIS
unter Verwendung eines Open Source Produktes
Die Applikation ist über folgende Schaltfläche erreichbar:

Hochschule für Technik und Wirtschaft (FH)
Fachbereich Vermessung / Kartographie
Studiengang Kartographie