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Die Fourier-Transformation für aperiodische (d.h. nicht periodische) Funktionen überführt ein auf R\bbR definierte Funktion wieder in eine auf R\bbR definierte Funktion.

5.2.1Definition

Die folgende Definition liefert wohldefinierte Ausdrücke, wenn die zu transformierende Funktion f:RCf:\bbR\to\bbC absolut integrierbar ist, d.h. wenn

f(x)dx<\int_{-\infty}^\infty|f(x)|\diff x<\infty

gilt. Dabei handelt es sich streng genommen um ein so genanntes Lebesgue-Integral, welches jedoch in allen praktisch relevanten Fällen mit dem üblichen (uneigentlichen) Riemann-Integral übereinstimmt.

Da die Fourier-Transformierte ohnehin komplexwertig sein wird, können wir für die zu transformierende Funktion ff ohne Mehraufwand ebenfalls komplexe Funktionswerte zulassen.

Die Fourier-Transformierte f^\hat{f} enthält sämtliche Informationen über die ursprüngliche Funktion ff. Man kann somit ff aus f^\hat{f} zurückgewinnen. Mit anderen Worten: Die Fourier-Transformation F\mathcal{F} ist invertierbar.

Die Forderung nach absoluter Integrierbarkeit von f^\hat{f} resultiert aus der Tatsache, das die Menge der absolut integrierbaren Funktionen nicht die natürliche Grundmenge für die Fourier-Transformation ist. Besser geeignet als Grundmenge ist der so genannten Schwartz-Raum. Dieser wird von der Fourier-Transformation F\mathcal{F} auf sich selbst abgebildet, sodass auch die Rücktransformation ohne Zusatzforderungen stets machbar ist.

5.2.2Anwendungen

Für in der Praxis oft auftretende Funktionen sind die Fourier-Transformierten in Tabellen erfasst. Neben dem manuellen Berechnen ist auch die numerische Berechnung mit dem Computer prinzipiell machbar. Allerdings birgt diese einige Schwierigkeiten, sodass wir hier nicht näher darauf eingehen. Auch ist die kontinuierliche Fourier-Transformation aus diesem Grund im Gegensatz zur später zu behandelnden diskreten Fourier-Transformation kaum in Standard-Software integriert.

Anwendungen der kontinuierlichen Fourier-Transformation liegen vor allem im theoretischen Bereich. Beispiele:

Ein praktische Anwendung der kontinuierlichen Fourier-Transformation findet man bei der Computer-Tomografie. Die dabei auftretende mehrdimensionale Fourier-Transformation wird weiter unten eingeführt.

5.2.3Eigenschaften

Fourier-Transformierte werden nur selten über die Definition als Integral berechnet. Üblicherweise entnimmt man die Fourier-Transformierten einiger Grundfunktionen aus Tabellen und verwendet dann diverse Eigenschaften der Fourier-Transformation, um daraus die gesuchte Fourier-Transformierte zu ermitteln. Einige dieser Eigenschaften sind:

Ein wichtige Rolle spielt auch der sogenannte Faltungssatz, der die Multiplikation zweier Funktionen im Frequenzbereich in der Zeit- bzw. Ortsbereich überträgt.

5.2.4Reellwertige Formulierung

Für reellwertige Funktionen f:RRf:\bbR\to\bbR kann man alternativ zur Fourier-Transformation auch Cosinus- und Sinus-Transformationen separat betrachten:

(Cf)(ω):=12πf(x)cos(ωx)dx,(\cC\,f)(\omega):=\frac{1}{\sqrt{2\,\pi}}\,\int_{-\infty}^\infty f(x)\,\cos(\omega\,x)\diff x,

(Sf)(ω):=12πf(x)sin(ωx)dx.(\cS\,f)(\omega):=\frac{1}{\sqrt{2\,\pi}}\,\int_{-\infty}^\infty f(x)\,\sin(\omega\,x)\diff x.

Die Cosinus-Transformierte ist stets eine gerade Funktion und die Sinus-Transformierte ist stets ungerade:

(Cf)(ω)=(Cf)(ω),(Sf)(ω)=(Sf)(ω).(\cC\,f)(-\omega)=(\cC\,f)(\omega),\qquad(\cS\,f)(-\omega)=-(\cS\,f)(\omega).

Offensichtlich gilt

Ff=CfiSf\cF\,f=\cC\,f-\rmi\,\cS\,f

und auch

F1f^=Cf^+iSf^.\cF^{-1}\,\hat{f}=\cC\,\hat{f}+\rmi\,\cS\,\hat{f}.

Sind fcf_{\mathrm{c}} und fsf_{\mathrm{s}} die Cosinus- und Sinus-Transformierten einer Funktion ff, so kann man daraus durch nochmalige Transformation wieder ff erhalten:

f=Cfc+Sfsf=\cC\,f_{\mathrm{c}}+\cS\,f_{\mathrm{s}}

(IDV 515).

5.2.5Mehrdimensionale Fourier-Transformation

Die Fourier-Transformation kann auch für Funktionen f:RnCf:\bbR^n\to\bbC sinnvoll eingeführt werden:

f^(ω):=1(2π)nRnf(x)eiωTxdb\hat{f}(\omega):=\frac{1}{\bigl(\sqrt{2\,\pi}\bigr)^n}\,\int_{\bbR^n}f(x)\,\rme^{-\rmi\,\omega^\rmT\,x}\,\mathrm{db}

Das Integral ist hier ein Bereichsintegral über den gesamten Rn\bbR^n. Im Exponent steht das Skalarprodukt der beiden Vektoren x=(x1,,xn)x=(x_1,\ldots,x_n) und ω=(ω1,,ωn)\omega=(\omega_1,\ldots,\omega_n).

Die inverse Fourier-Transformation sieht entsprechend aus:

f(x)=1(2π)nRnf(x)eiωTxdb.f(x)=\frac{1}{\bigl(\sqrt{2\,\pi}\bigr)^n}\,\int_{\bbR^n}f(x)\,\rme^{\rmi\,\omega^\rmT\,x}\,\mathrm{db}.