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5.1.1Idee

Unter Fourier-Analysis versteht man das Darstellen von Funktionen und diskreten Signalen als Summe von Kreisfunktionen. Unter Kreisfunktionen verstehen wir hier Sinus-Funktionen, Cosinus-Funktionen und deren komplexwertige Entsprechungen (sie unten), jeweils mit unterschiedlichen Periodendauern.

Man kann zeigen, dass praktisch alle Funktionen und diskreten Signale ohne Informationsverlust eine solche Darstellung besitzen. Nur die Anteile der verschiedenen Kreisfunktionen bzw. Periodendauern unterscheiden sich von Fall zu Fall. Man spricht hier auch von der Frequenzdarstellung oder vom Frequenzspektrum einer Funktion oder eines diskreten Signals.

5.1.2Anwendungen

Die Fourier-Analysis findet in nahezu allen Bereichen von Naturwissenschaft und Technik Anwendung. Insbesondere in der Signalverarbeitung erlaubt sie das einfache Filtern von Signalen. Bei der Untersuchung von Schwingungsprozessen liefert sie wichtige Einsichten in die Vorgänge (erste Anwendungen fand die Fourier-Analysis bei der Vorhersage der Gezeiten). In der Strömungsmechanik können mittels Fourier-Analysis Lösungen von Strömungsgleichungen gefunden werden. In der Physik spielt sie eine zentrale Rolle, z.B. in der Quantenmechanik und im Kontext elektromagnetischer Wellen.

5.1.3Beispiel

Durch Messgeräte aufgenommene Signale enthalten praktisch immer einen gewissen Anteil Rauschen. Ist das Grundsignal verhältnismäßig glatt, kann das Rauschen mittels Fourier-Analysis leicht entfernt werden:

  1. Transformiere das Signal in den Frequenzbereich.

  2. Setze hohe Frequenzanteile auf Null.

  3. Transformiere das Signal zurück in den Zeitbereich (oder Ortsbereich, je nach Kontext).

Source
<Figure size 1000x300 with 2 Axes>
<Figure size 1000x300 with 2 Axes>

5.1.4Varianten der Fourier-Transformation

Die Idee, Funktionen und diskrete Signale als Summen periodische Funktionen oder Signale darzustellen, lässt sich in verschiedener Weise umsetzen und auf verschiedene Typen von Funktionen und Signalen anwenden. Es gibt es nicht die eine Fourier-Transformation, sondern mehrere verschiedene. Zusätzlich kann ein und dieselbe Variante durch formal unterschiedliche, aber inhaltlich identische Formeln beschrieben werden. Folgende Varianten von Fourier-Transformationen werden wir behandeln:

schematische Diagramme von Funktionen im Zeit- und im Frequenzbereich für verschiedene Varianten der Fourier-Transformation

Quelle: wikipedia.org, Walter Dvorak, CC BY 3.0 (bearbeitet)

Im Kontext der Fourier-Analysis treten auch folgende Begriffe auf, die wir der Übersicht halber grob einordnen, aber nicht weiter verfolgen:

5.1.5Komplexwertige Funktionen

Möchte man eine Funktion als Summe von Kreisfunktionen verschiedener Frequenz darstellen, so werden im Allgemeinen sowohl Sinus-Funktionen als auch Cosinus-Funktionen benötigt. Eine reine Sinus-Summe liefert stets eine ungerade Funktion, während eine reine Cosinus-Summe stets nur gerade Funktionen liefert.

Die parallele Handhabung von zwei Funktionensystemen (Sinus- und Cosinus-Funktionen unterschiedlicher Frequenzen) und entsprechender Anteile in der zu untersuchenden Funktion ist recht unhandlich. Deshalb werden Fourier-Transformationen praktisch immer mit Hilfe komplexer Zahlen dargestellt.

Wie werden also mit komplexwertigen Funktionen f:RCf:\bbR\to\bbC arbeiten. Die grafische Darstellung solcher Funktionen kann in einem dreidimensionalen Koordinatensystem erfolgen. Jedem Argument wird ein Punkt in der komplexen Zahlenebene zugeordnet.

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Die Berechnung von Fourier-Transformationen macht ganz wesentlich von Integralen komplexwertiger Funktionen Gebrauch. Die Integration getrennt nach Real- und Imaginärteil:

abf(x)dx:=abRef(x)dx+iabImf(x)dx.\int_a^b f(x)\diff x:=\int_a^b \re f(x)\diff x+\rmi\,\int_a^b \im f(x)\diff x.

Analog wird mit Ableitungen verfahren:

f=(Ref)+i(Imf).f'=(\re f)'+\rmi(\im f)'.

Die üblichen Ableitungsregeln gelten auch für komplexwertige Funktionen.