Verein "Dr. Maria Reiche - Linien und Figuren der Nazca-Kultur in Peru" e.V.

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Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (FH)
Fachbereich Vermessungswesen/Kartographie
 

Implementierung des Nasca-GIS
unter TopobaseTM und Oracle 8i

Diplomarbeit: Andrea Herrmann
Gutachter: Prof. Dr. Bernd Teichert

1 Einleitung und Zielsetzung

"Das Ende der Ära Fujimori" tituliert die Sächsische Zeitung aus Dresden am 24. November 2000 [1] auf einer der hinteren Seiten ihren Artikel über die aktuellen Ereignisse in Peru. Abgang per Fax. Perus Präsident Fujimori tritt zurück. Er hinterläßt ein zerrüttetes Land meint Ullrich Ladurner in der Wochenzeitschrift Die Zeit am 23. November 2000 [2]. Der in den achtziger Jahren geführte, blutige Bürgerkrieg brachte Peru an den Rand des Abgrundes. Die Bilanz: 30 000 Tote, 15 000 Verschwundene, 600 000 Flüchtlinge.

Dabei ist Peru einer der bedeutendsten Siedlungs- und Kulturräume der Menschheitsgeschichte. Seit etwa 15 000 v.Chr. ist der Kontinent Südamerika von Menschen besiedelt. Nachweise dieser Siedlungsspuren lassen sich auch in der Nähe von Nasca finden. Über Jahrtausende hinweg entwickelten sich stetig Kulturen, die u.a. einen Höhepunkt in der sogenannten Nasca-Kultur fanden. Zeitlich wird die Nasca-Kultur etwa zwischen 200 v.Chr. und 800 n.Chr. eingeordnet. Doch ist die Entstehung der Linien in der Pampa von Nasca auf diese Kulturepoche zurückzuführen? Oder sind die Scharrzeichnungen ein Produkt viel älterer Kulturen? Bis heute ist ungeklärt, wer, warum und wann die Erdzeichnungen diesen Ausmaßes angelegt hat. Doch gerade deshalb geht bis heute eine ungeahnte Faszination von diesem größten archäologischen Rätsel des amerikanischen Kontinents auf viele Menschen aus [3]. 

Diese Faszination bildet eine Grundlage für die Initialisierung des HTW - Projektes Nasca - GIS, in dessen Rahmen diese Diplomarbeit angesiedelt ist. Mit dem Erwerb des GI-Systems TOPOBASETM der Firma C-Plan entstand die Möglichkeit, die vorhandenen komplexen Daten des HTW Projektes in neuer, noch anschaulicherer und damit auch benutzerfreundlicherer Form zu präsentieren. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Vermessung, Photogrammetrie, Geoinformatik und Archäologie sollen die Daten so optimal wie möglich verwaltet werden, um eine umfassende Interpretation des Geheimnisses der Linien von Nazca [3] vorzubereiten.
 

2 Implementierung des Nasca-GIS unter TOPOBASETM und Oracle 8i

2.1 Übernahme der grafischen Daten

Vorgehensweise:

  • Übernahme der tachymetrisch gemessenen Linien und Figuren aus SICAD/open nach AutoCAD Map 2000i
  • Editierung doppelt vorliegender Umrißlinien der Objekte zu einfachen 3D - Polylinien
  • Digitalisierung administrativer Objekte wie z. B. Flüsse, Straßen und Ortschaften aus einer topographischen Karte im Maßstab 1: 100 00
  • Übernahme der digitalisierten Höhenlinien und des DGM aus SCOP
Ergebnis:
alles.gif (64752 Byte)
Vollständige AutoCAD - Datei mit  allen Zeichnungselementen,
digitalisierten Höhenlinien und DGM

2.2 Das Datenmodell 

Im Herbst 2000 wurden der HTW Dresden je zwei Lizenzen des Geo- Informationssystems TOPOBASETM von der Firma C-Plan und AutoCAD Map 2000i von Autodesk zur Verfügung gestellt. Im Zuge der Implementierung des, bisher unter SICAD/open der Firma SIEMENS in Verbindung mit dem RDBMS Informix realisierten Nasca-GIS in Topobase, war das vorhandene Datenmodell zu überarbeiten . 

Dabei sollten möglichst viele Interessengebiete erfasst werden, um eine umfassende Interpretation der Linien und Geoglyphen vorzubereiten. Ein wichtiger Aspekt bei der Erweiterung des Datenmodelles ergab sich aus der Zielsetzung des HTW-Forschungsprojektes der Überprüfung der astronomischen These.  Die Darstellung des Datenmodelles erfolgte in einem Entity Relationship Model (ERM).

Der theoretischen Erarbeitung des Datenmodells schloss sich die Umsetzung der Überlegungen im System TOPOBASETM an. Im Modul TB-Administrator wurde die Datenstruktur angelegt. Diese wurde in einem zweiten Schritt im Modul TB-Generic in Masken visualisiert.

2.3 Verknüpfung von Geometrie- und Sachdaten

In einem weiteren Schritt erfolgte die Verknüpfung von Grafik- und Sachdaten. Um die Verknüpfung zu ermöglichen, mussten die Layernamen unter AutoCAD Map 2000i auf die Topobase Tabellennamen abgestimmt werden. D.h.: Tabellenname = Layername

Um die enthaltenen Daten optimal und anschaulich präsentieren zu können wurde ein Darstellungsmodell zur grafischen Präsentation der Datenbankobjekte entwickelt. In die Darstellungsvereinbarungen flossen neben der grafischen Ausprägung der Objekte auch Attributwerte, wie z.B. Linienbreite, ein.

 

Gleichzeitig wurden den Objekten Wertigkeiten für den Bildaufbau zugewiesen, d.h: In welcher Reihenfolge erfolgt der Bildschirmaufbau? Welche Objekte werden zuerst bzw. zuletzt aufgebaut und liegen somit möglicherweise unter, bzw. über anderen Objekten? Die Festlegungen für das Darstellungsmodell erfolgten in den entsprechenden Topobase-Systemtabellen.

2.4 Erstellung von Masken und Menüs

Zur Visualisierung der Sachdaten bzw. zur Erfassung, Abfrage und Analyse der Daten wurden verschiedene Masken und Menüs erstellt.
Das Menü Auskunft soll künftig der Datenerfassung und Datenabfrage dienen.

Menü Auskunft:

 
Das Menü Abfragen ist vorwiegend für Analysezwecke gedacht.

Menü Abfragen:

 

Aus den Menüs heraus können die definierten Masken aufgerufen werden, die die wesentlichen Inhalte der Sachdatentabellen wiedergeben. Diese Inhalte beschränken sich z.Zt. hauptsächlich auf Dummydaten. Eine wichtige Aufgabe besteht nun darin, die Tabellen mit realen Daten zu füllen.
 
alles3.gif (119577 Byte)
Auszug aus der Datenbank am Beispiel der Tabelle "Geoglyph" (mit Dummydaten zum Geoglyph: Kondor)

Durch die Verbindung zwischen Geometrie- und Sachdaten ist es möglich, die ausgewählte Figur aus der Maske heraus in der Graphik durch Highlight hervorzuheben, bzw. umgekehrt, die Sachdaten zu einem in der Graphik selektierten Element in einer Maske anzeigen zu lassen.

Quellennachweis:

[1] Weiss, Sandra: Das Ende der Ära Fujimori, in: Die Sächsische Zeitung, 54. Jahrgang (2000), Ausgabe Nr. 242, S. 4
[2] Ladurner, Ulrich: Abgang per Fax, in: Die Zeit, 55. Jahrgang (2000), Ausgabe Nr.47, S. 14
[3] Morrison, Tony: Das Geheimnis der Linien von Nazca. Maria Reiches Lebenswerk; Basel und Stuttgart:Wiese Verlag AG, 1988