Skip to article frontmatterSkip to article content
Site not loading correctly?

This may be due to an incorrect BASE_URL configuration. See the MyST Documentation for reference.

8.4.1Idee

Eine Alternative zu Punktschätzungen sind Bereichsschätzungen. Hier wird aus einer konkreten Stichprobe nicht ein Schätzwert generiert, der (hoffentlich) in der Nähe des gesuchten Verteilungsparameters ϑ\vartheta liegt, sondern man konstruiert anhand einer Stichprobe ein Intervall, welches den gesuchten Parameter mit hoher Wahrscheinlichkeit enthält.

8.4.2Konfidenzintervall

Konfidenzintervalle können einseitig oder zweiseitig sein. Einseitige Konfidenzintervalle haben die Form (,b(X1,,Xn)](-\infty,b(X_1,\ldots,X_n)] bzw. [a(X1,,Xn),)[a(X_1,\ldots,X_n),\infty) mit Funktionen a,b:RnRa,b:\bbR^n\to\bbR. Zweiseitige Konfidenzintervalle haben die Form [b(X1,,Xn),b(X1,,Xn)][b(X_1,\ldots,X_n),b(X_1,\ldots,X_n)]. Welche Variante gewählt wird, hängt vom konkreten Anwendungsfall ab.

Typische Werte für α\alpha sind 0.005, 0.01, 0.05. Je kleiner α\alpha desto größer werden die Konfidenzintervalle. Bei α=0\alpha=0 erhält man im Wesentlichen das Intervall (,)(-\infty,\infty), welches keinerlei nützliche Information zum gesuchten Parameter ϑ\vartheta liefert.

8.4.3Konstruktion von Konfidenzintervallen

8.4.3.1Ansatz für zweiseitige Konfidenzintervalle

Zu gegebener Irrtumswahrscheinlichkeit α\alpha und gegebener Schätzfunktion TnT_n für den gesuchten Parameter ϑ\vartheta gilt

P(qα2Tnq1α2)=1α,P(q_\frac{\alpha}{2}\leq T_n\leq q_{1-\frac{\alpha}{2}})=1-\alpha,

wobei qtq_t das Quantil der Verteilung von TnT_n zum Niveau tt ist. Die beiden Quantile hängen zwangsläufig von ϑ\vartheta ab, sodass man die Ungleichungskette in P()P(\ldots) nach ϑ\vartheta umstellen kann und so die Grenzen des Konfidenzintervalls erhält.

Die benötigten Quantile (insbesondere der Standardnormalverteilung) lassen sich oft nicht durch explizite Formeln berechnen. Früher wurden diese Tabellen entnommen; heute werden sie mit dem Computer numerisch berechnet.

8.4.3.2Ansatz für einseitige Konfidenzintervalle

Analog zum zweiseitigen Fall erhält man aus den Ansätzen

P(qαTn)=1αP(q_\alpha\leq T_n)=1-\alpha

bzw.

P(Tnq1α)=1αP(T_n\leq q_{1-\alpha})=1-\alpha

einseitige Konfidenzintervalle.

8.4.3.3Häufig benötigte Konfidenzintervalle

Üblicherweise benötigte Konfidenzintervalle findet man in Formelsammlungen.

Je nach zu schätzendem Parameter folgt die passende Testfunktion unterschiedlichen Verteilungen. Die Quantile dieser oder daraus abgeleiteter Verteilungen tauchen dann in den Formeln für das Konfidenzintervall auf. Insbesondere spielen für Konfidenzintervalle bei normalverteilter Grundgesamtheit die Studentsche t-Verteilung und die Chi-Quadrat-Verteilung eine Rolle.