Die Visualisierung von Zahlenfolgen kann mit dem Python-Paket Matplotlib (und vielen anderen) erfolgen. Zu beachten ist, dass die einzelnen Punkte nicht durch Linien verbunden werden, da Zahlenfolgen nur auf der Menge {1,2,…} definiert sind und zwischen diesen Werten nicht.
Zahlenfolgen tauchen gelegentlich bei praktischen Aufgabenstellungen auf. Im Rahmen unserer Veranstaltung werden sie aber überwiegend als innermathematisches Werkzeug dienen. Insbesondere bilden sie die Basis für die Konstruktion komplexerer Werkzeuge wie dem Stetigkeitsbegriff, der Differentialrechnung und der Integralrechnung.
Führen einige Begriffe ein, die im Kontext von Zahlenfolgen gelegentlich Verwendung finden.
Beispielsweise ist die Zahlenfolge in obigem Zinseszinsbeispiel streng monoton wachsend.
Beispielsweise ist die durch an=(−1)n, n∈N, gegebene Folge periodisch mit Periode N=2.
Beispielsweise ist die durch an:=n, n∈N, gegebene Folge unbeschränkt. Hingegen ist die durch an:=n1, n∈N, gegebene Folge beschränkt (mit c=1 oder größer).
Fast immer interessieren bei einer Zahlenfolge gar nicht die vorderen Elemente, sondern nur das Verhalten der Folge “im Unendlichen”. Werden die Folgenelemente beliebig groß (oder klein) oder nähern sie sich einem konkreten Wert an usw.? Zahlenfolgen können regelrecht als Werkzeug für das Arbeiten mit “dem Unendlichen” angesehen werden.
Eine Folge ist also konvergent, wenn ihre Elemente an für hinreichend großes n in einem beliebig klein gewählten Intervall (g−ε,g+ε) bleiben.
Bestimmte Divergenz liegt also vor, wenn eine Folge über jede Schranke wächst oder unter jede Schranke fällt. Ersteres ist bei obigem Zinseszinsbeispiel der Fall.
Beispiele für unbestimmte Divergenz sind (nicht konstante) periodische Folgen.
Das Berechnen von Grenzwerten von Zahlenfolgen ist nur sehr selten nötig. Wir werden zwar viel mit Zahlenfolgen arbeiten, benötigen dabei aber nur das sprachliche Konstrukt und die damit möglichen Formulierungen zu Abläufen mit unendlich vielen Einzelschritten. Geben deshalb hier nur einige Hinweise für das konkrete Ausrechnen von Grenzwerten mit auf den Weg.
Für einfache Zahlenfolgen kann der Grenzwert (so er denn existiert) manuell berechnet werden. Dazu bedient man sich einer Tabelle von Grenzwerten für sehr elementare Folgen und einiger Rechenregeln zu Grenzwerten beim Bilden von komplexeren Zahlenfolgen aus diesen elementaren Folgen.
Beachte, dass die obigen Rechenregeln nur für konvergente Folgen gelten! Bei divergenten Folgen, insbesondere auch bei bestimmt divergenten Folgen, ist nicht immer klar, wie sich Summen und Produkte verhalten (vgl. Übung 3).
Das Verhalten einer Zahlenfolge im Unendlichen kann durch (numerisches) Berechnen später Elemente der Folge und ggf. deren grafischer Darstellung erhellt werden. Allerdings sind die daraus gewonnenen Informationen über Konvergenz/Divergenz/Grenzwert als reine Vermutung anzusehen. Prinzipiell ist denkbar, dass eine Folge beispielsweise in den ersten 10 Milliarden Elementen konstant ist und erst dann divergiert. Es kann also nie genügen, nur endlich viele Elemente zu betrachten.