Es gibt keine allgemein gültige Aussage zum Umfang der Lösungsmengen von Differentialgleichungen. Manche Differentialgleichungen besitzen gar keine Lösung, andere besitzen genau eine oder nur wenige Lösungen und die meisten besitzen unendlich viele Lösungen.
Oft sehen verschiedene Lösungen einer Differentialgleichung sehr ähnlich aus (Funktionenschar). Manchmal treten aber auch grundverschiedene Funktionen gemeinsam als Lösungen auf.
Bei Differentialgleichungen mit unendlich vielen Lösungen können Zusatzforderungen (Anfangs- oder Randbedingungen) an die gesuchte Funktion gestellt werden. Dann stellt sich jedoch wieder die Frage, ob die Differentialgleichung samt Zusatzbedingungen immer noch lösbar ist und, wenn ja, wie viele Lösungen sie besitzt.
Oft ist auch nicht klar, auf welchem Intervall die Lösungen “leben”. Kann man auf ganz R definierte Lösungen finden oder nur auf einem kleinen Intervall?
Es gibt eine Reihe von mathematischen Sätzen, die sich mit der Existenz und der Eindeutigkeit von Lösungen zu Differentialgleichungen beschäftigen. Beschränken uns auf zwei solche Aussagen über das explizite Anfangswertproblem
wobei maxf den größten Wert von f auf dem Rechteck bezeichne.
Die beiden Sätze gelten analog auch für Anfangswertprobleme höherer Ordnung. Die Anzahl der Anfangsbedingungen muss gerade der Ordnung der Differentialgleichung entsprechen:
Enthält eine Differentialgleichung oder eine ihrer Zusatzbedingungen einen Parameter, so kann die Lösbarkeit der Differentialgleichung vom Wert des Parameters abhängen. Die Frage nach Parameterwerten für welche eine Differentialgleichung (nicht triviale) Lösungen besitzt, bezeichnet man als Eigenwertproblem.