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Verschiedene zufällige Vorgänge besitzen ähnliche Eigenschaften. So ist das Würfeln mit einem Spielwürfel vergleichbar mit dem Werfen einer Münze, nur dass es beim Würfeln sechs mögliche Ergebnisse gibt und beim Werfen einer Münze nur zwei. In diesem Unterkapitel schauen wir uns häufig auftretende Muster bei zufälligen Vorgängen an, die als diskrete Zufallsgröße modelliert werden können.

Wir beschränken uns dabei auf die wichtigsten Klassen und erwähnen andere nur kurz. Die Details findet man in Formelsammlungen und jedem umfangreicheren Lehrbuch zur Wahrscheinlichkeitsrechnung.

8.3.1Überblick

Folgende Klassen von Verteilungsfunktion treten üblicherweise bei diskreten Zufallsgrößen auf:

8.3.2Diskrete Gleichverteilung

Die diskrete Gleichverteilung deckt beispielweise das Würfeln und das Werfen einer Münze ab.

Für eine diskret gleichverteilte Zufallsgröße XX gilt offensichtlich

EX=x1+⋯+xnn.\bbE X=\frac{x_1+\cdots+x_n}{n}.

Beachte bei dieser Formel, dass es sich nicht (!) um den empirischen Erwartungswert von nn Realisierungen der Zufallsgröße handelt, sondern um das arithmetische Mittel aus allen möglichen Werten, die die Zufallsgröße annehmen kann.

Für die Varianz erhalten wir

Var X=E(X2)−(EX)2=x12+⋯+xn2n−(x1+⋯+xn)2n2.\bbVar X=\bbE(X^2)-(\bbE X)^2=\frac{x_1^2+\cdots+x_n^2}{n}-\frac{(x_1+\cdots+x_n)^2}{n^2}.

8.3.3Binomialverteilung

Als Standardbeispiel für binomialverteilte Zufallsgrößen dienen Produktionsprozesse, bei denen die produzierten Bauteile mit einer bekannten Wahrscheinlichkeit p∈[0,1]p\in[0,1] defekt sind. Bei einer Gesamtproduktion von nn Teilen kann man fragen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass genau k∈{0,1,…,n}k\in\{0,1,\ldots,n\} Teile defekt sind. Dabei gehen wir davon aus, dass die Frage, ob ein Teil defekt ist, nicht davon abhängt, ob die anderen produzierten Teile defekt sind oder nicht.

Hier bezeichnet (nk)n\choose k den aus der Schulmathematik bekannten Binomialkoeffizient

(nk):=n!k! (n−k)!.{n\choose k}:=\frac{n!}{k!\,(n-k)!}.
Source
<Figure size 640x480 with 1 Axes>

Erwartungswert und Varianz einer mit Parametern nn und pp binomialverteilten Zufallsgröße XX sind

EX=n p\bbE X=n\,p

und

Var X=n p (1−p)\bbVar X=n\,p\,(1-p)

(die Herleitung ist elementar, aber länglich, und entfällt deshalb).